Projekt 6: Neupflanzung einer Streuobstwiese

 

Allgemein:

Streuobstwiesen sind Wiesen oder Weiden, meist in Ortsnähe, mit einem lockeren Bestand von hochstämmigen, manchmal sehr alten, Obstbäumen. Sie sind seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil unseres ländlichen Kulturraums, ökologisch sehr wertvoll, prägen die Landschaft und weisen eine besonders große Artenvielfalt auf:

Bis zu 3.000 Tierarten nutzen die Streuobstwiesen als Lebensraum. Besonders Vögel, Schmetterlinge, Käfer und Kleinsäuger profitieren vom reichhaltigen Angebot an Höhlen, Blüten und Früchten. Exemplarisch für fast 40 Vogelarten seien hier nur die sehr bedrohten Wiedehopf, Wendehals und Steinkauz genannt. Alte Obstbaumbestände weisen Baumhöhlen auf, die z.B. von Siebenschläfern und Fledermäusen als Unterschlupf genutzt werden und Nistplätze für viele Vogelarten bieten. Abgestorbene Baumteile („Totholz“) sind wiederum der Lebensraum vieler seltener Käferarten, die ihrerseits Nahrungsgrundlage für Spechte und andere Vogelarten sind.

Da ihre wirtschaftliche Nutzung unter heutigen Bedingungen nicht mehr lukrativ ist, werden Streuobstwiesen seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts kaum noch erhalten. Auch die Ausweisung von Bauland und andere Baumaßnahmen haben sie zurückgedrängt. In den letzten Jahren gibt es jedoch verstärkt Bemühungen, Streuobstwiesen zu erhalten, zu pflegen und auch neu zu begründen. Die Arbeitsgemeinschaft Streuobst verfolgt in unserer Region das Ziel, den Schutz und Erhalt der Streuobstwiesen über die umweltschonende Nutzung und Vermarktung der Produkte langfristig zu sichern.

 

Konkret:

Der BUNV hat damit begonnen, auf einer ehemaligen Kleingartenparzelle der Gemeinde Börßum nördlich der Flachsrotten eine neue Streuobstwiese zu begründen. Eine Besichtigung der Fläche hat im Sommer 2003 zusammen mit einem Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und einer Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde stattgefunden. Dabei wurde die Bepflanzung geplant. Die Maßnahme wurde teilweise aus besonderen Fördermitteln des Landkreises Wolfenbüttel zur Erhaltung und Neubegründung von Streuobstwiesen finanziert. Am 29.November 2003 sind 20 hochstämmige Obstbäume sowie neun fruchttragende Sträucher gepflanzt worden. Die Bäume wurden an Pflanzpfähle gebunden. Gepflanzt wurden fünf Apfelbäume, zwei Zwetschgen bzw. Pflaumen, je zwei Birnen, Süß- und Sauerkirschen sowie eine Quitte. Am nördlichen Rand sind Beerenobst-Sträucher (Stachelbeeren und Johannisbeeren) gepflanzt worden. Im Herbst 2004 wurden zwei weitere Kirschbäume gepflanzt. Die Wiesenfläche soll zukünftig extensiv, das heißt nur zweimal jährlich gemäht werden, damit Gräser und Wiesenblumen zur Blüte kommen können und somit für Insekten Nahrung bieten.

 

 

Pflanzplan:

 

Pflanzplan
1 Apfel "Pommerscher Krummstiel"
2 Süßkirsche "Große Prinzessin Kirsche"
3 Süßkirsche "Hedelfinger Riesenkirsche"
4 Süßkirsche "Schneiders Späte Knorpel"
5 Pflaume "Königin Victoria"
6 Apfel "Hildesheimer Goldrenette"
7 Birne "Bürgermeisterbirne" mittel
8 Quitte "Portugiesische"
9 Birne "Gute Luise von Avranchos"
10 Zwetsche "Hauszwetsche mittelspät"
11 Sauerkirsche "Morellenfeuer"
12 Apfel "Geflammter Kardinal"
13 Sauerkirsche "Schattenmorelle"
14 Süßkirsche "Hedelfinger Riesenkirsche"
15 Süßkirsche "Schneiders Späte Knorpel"
16 Zwetsche "Ersinger Frühzwetsche"
17 Apfel "Alter Hannoveraner"
18 Pflaume "Königin Victoria"
19 Süßkirsche "Dönnissens Gelbe Knorpel"
20 Apfel "Gelber Richard" mittel
21 Elsbeere (Sorbus torminalis)