Projekt 3: Vogelrestaurant a la BUNV

"Vogelrestaurant"-Broschüren können über unseren Verein bezogen werden. Eine kleine Spende wird dafür erbeten.


Bei dem Begriff "Vogelrestaurant" denken die meisten wohl zuerst an ein Futterhäuschen für Vögel. Der BUNV möchte jedoch mit einer Informations-Kampagne mit dem einprägsamen Begriff "Vogelrestaurant" Gartenbesitzern die vielfältigen Vorteile von einheimischen Baum- und Straucharten im Gegensatz zu nicht-einheimischen Arten verdeutlichen.

Heimische Straucharten sind... ... kostengünstig und pflegeleicht

Die Pflanzen einheimischer Straucharten sind meist billiger als exotische Zuchtformen. Außerdem benötigen sie normalerweise keine Düngung oder Behandlung mit sonstigen teuren Mitteln.

Durch ihre natürliche Robustheit müssen heimische Straucharten auch nicht so oft ersetzt zu werden, sondern bleiben oft Jahrzehnte lang erhalten. Sie vertragen regelmäßigen oder unregelmäßigen Rückschnitt sehr gut.

Heimische Straucharten sind... ... robust und anspruchslos

Weil die heimischen Sträucher sich über mehrere tausend Jahre gut an unsere Wetter- und Klimaverhältnisse angepasst haben, widerstehen sie auch widrigen Verhältnissen, wie starkem Frost oder großer Trockenheit viel besser als Zuchtformen oder Ziersträuchern von anderen Kontinenten oder aus ganz anderen Klimazonen Europas.

Heimische Straucharten sind... ... attraktiv und etwas Besonderes

Die meisten einheimischen Straucharten sind durchaus sehr attraktiv und tragen zur Gartengestaltung in jahreszeitlich unterschiedlichen Aspekten bei. Die Blüte im Frühjahr, gefolgt von kräftigen Sommerzustand, dann der Aspekt der Färbung des Herbstlaubes und schließlich teilweise sehr attraktive Früchte, die bis in den Winter hinein am Strauch hängen und kostenlos das beste "Vogelrestaurant" bieten. Was hat dagegen schon eine immer gleiche Blaufichte, ein Thuja oder eine Scheinzypresse zu bieten?

Heimische Straucharten sind... ... Nahrungsquelle und Lebensraum für viele Arten im naturnahen Garten

Acht heimische Straucharten sollen hier beispielhaft genauer vorgestellt werden:

Schwarzer Holunder ( Sambucus nigra):

Kennzeichen: sehr häufig, wird durch Vögel fast in jeden Garten eingeschleppt, Zweige "hohl"; mit weichem, weißen Mark, gefiederte Blätter 10-30 cm lang, üppige weiße Blüte, reife Früchte glänzend schwarzviolett

Vorkommen/Ansprüche: keine besonderen Ansprüche, liebt jedoch sonnig warme Standorte und lockeren nährstoffreichen Boden

Sonstiges: medizinische Verwendung bei Erkältung sowie gegen Blasen- und Nierenleiden, aus den Früchten lassen sich Saft, Gelee, Marmelade und Wein herstellen, in voller Blüte besonders prächtiger Strauch

Liguster (Ligustrum vulgare):

Kennzeichen: Blätter oval, kurz gestielt, glänzend, oberseits dunkel- unterseits hellgrün, junge Triebe rutenförmig, weiße Blüten in Rispen Juni / Juli, Früchte schwarz und kugelig, reif ab September

Vorkommen/Ansprüche: Auf nährstoff-reichen Böden, möglichst auf Kalkgestein, liebt Licht und Wärme

Sonstiges: Große Bedeutung als Bienenweide, Beeren wurden früher zur Herstellung von Tinte (Tintenbeere) verwendet, lässt sich gut über Stecklinge vermehren, immergrüne Formen sind durch Zucht entstanden

Vogelbeere oder Eberesche (Sorbus aucuparia):

Kennzeichen: Strauch bis mittelgroßer Baum, eschenähnliche Blätter, weiße Blüten in Trugdolden (200-300 Blüten je Blütenstand), Beeren zuerst gelb, dann rot, attraktive rote Herbstfärbung des Laubes

Vorkommen/Ansprüche: Gedeiht auf fast allen Böden, sehr anspruchslos und weit verbreitet, lässt viel Licht durch seine Krone hindurch

Sonstiges: Sehr beliebtes Vogelrestaurant, Blätter und Blüten helfen als Tee bei Husten, Bronchitis und Magenverstimmung, Früchte enthalten mehr Vitamin C als Zitronen, Sorbinsäure konserviert Lebensmittel

Pfaffenhütchen (Euonymus europea).

Kennzeichen: Diesjährige Zweige schattenseitig grün, sonnenseitig braunrot bis rotschwarz, mehrjährige Zweige vierkantig mit Korkleisten, Früchte bleiben im Winter am Strauch, vierklappige, kaminrote Kapseln innen mit Arillus in orange

Vorkommen/Ansprüche: Halbschatten ertragend, ziemlich gut bis gut nährstoffversorgte Böden

Sonstiges: attraktive Früchte und rote Herbstlaubfärbung, meist bis 3 m hoch, seltene Exemplare bis zu 7 m bekannt

Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum):

Kennzeichen: Langsam wachsender, bis 2 m hoher Strauch, kleine weiß-gelbe Blüte im Mai, ab Juli paarweise sitzende, glänzend scharlachrote Beeren, Blätter 3-6 cm breit, eiförmig

Vorkommen/Ansprüche: geringes Lichtbedürfnis, auf nährstoffreichen Böden, besonders auf Kalkgestein

Sonstiges: Beeren sind bitter und ungenießbar, beim Verzehr größerer Mengen können Vergiftungserscheinungen auftreten (Würde jedoch kaum ein Kind freiwillig verzehren)

Schlehe (Prunus spinosa):

Kennzeichen: Rinde schwarzbraun, Knospen rund und klein, rechtwinklig vom Zweig abstehende Kurztriebdornen, weiße Blüten gehäuft an Kurztrieben (März bis Mai), ab September 1-1,5 cm große schwarze bis dunkelbraune Steinfrüchte

Vorkommen/Ansprüche: nährstoffreiche Böden, bei voller Besonnung besonders vital

Sonstiges: Zur Herstellung von Schlehenlikör sollten die Früchte den ersten Frost abbekommen haben; was nicht im Likör landet, erfreut die Vogelwelt! In voller Blüte und mit vollem Fruchtbehang wirken Schlehenbüsche besonders attraktiv.

Hundsrose (Rosa canina)

Kennzeichen: Blätter geteilt in 5-7 elliptische gezähnte Fiederblättchen, Kurze intensive Blüte im Juni mit rosa Blüten, Zweige stark stachelig, bis zu 3 m hoch

Vorkommen/Ansprüche: robuste Pionierpflanze auf fast allen Standorten, hohes Lichtbedürfnis

Sonstiges: Die sehr vitaminreichen Früchte (Hagebutten) können zur Herstellung von Tee, Marmelade, Wein usw. verwendet werden. Eine dichte Rosenhecke gibt vielen Tierarten Schutz und kann auch Stacheldraht ersetzen.

Weißdorn (Crateagus spec.)

Kennzeichen: bis 6 m hoher Strauch, sehr alte Exemplare auch höher, Blattoberseite dunkler grün als Unterseite, Blüten weiß bis rötlich, Früchte kräftig rot

Vorkommen/Ansprüche: weit verbreitet, kommt mit fast allen Bodenverhältnissen klar Sonstiges: Die Blüten werden von vielen Insektenarten besucht, Weißdornarten sind Zwischenwirte des Feuerbrandes (Pilzerkrankung, besonders an Obstbäumen)

Weitere einheimische Straucharten für den naturnahen Garten sind:

Haselnuss (Corylus avellana),
Hartriegel (Cornus sanguinea),
Kornelkirsche (Cornus mas),
Traubenkirsche (Prunus padus),
Besenginster (Cytisus scoparius),
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis),
Brombeere (Rubus fruticosus),
Himbeere (Rubus idaeus),
Eibe (Taxus baccata),
Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus),
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana),
Berberitze (Berberis vulgaris),
Kreuzdorn (Rhamnus cathartica),
Stechpalme (Ilex aquifolium),
Sanddorn (Hippophae rhamnoides),
Faulbaum (Rhamnus frangula)
(Diese Liste beinhaltet nur die wichtigsten Arten!)

Wichtige einheimische Baumarten sind:

Eichen (Quercus petrea / robur),
Weiden (Salix spec.),
Birke (Betula pendula),
Esche (Fraxinus excelsior),
Bergahorn (Acer pseudoplatanus),
Spitzahorn (Acer platanoides),
Feldahorn (Acer campestre),
Buche (Fagus sylvatica),
Hainbuche (Carpinus betulus),
Wildkirsche (Prunus avium),
Elsbeere (Sorbus torminalis),
Speierling (Sorbus domestica),
Mehlbeere (Sorbus aria),
Kiefer (Pinus sylvestris),
Fichte (Picea abies)
(Diese Liste beinhaltet nur die wichtigsten Arten!) Bei den Baumarten muss man bedenken, dass die meisten Arten sehr groß werden können und bei der Pflanzung daher ausreichende Abstände zu Gebäuden, Wegen und Nachbargrundstücken eingehalten werden sollten. In kleinen und kleinsten Gärten ist für große Bäume oft wenig Platz und man sollte besser auf Straucharten ausweichen oder Obstbäume pflanzen.

Tipp:
- Buche und Hainbuche lassen sich auch gut als Hecke schneiden - eine echte Alternative zu Thujahecken!

- Elsbeere und Speierling bereichern als seltene Raritäten den Garten und wachsen nicht sehr schnell.

-Wenn aus Gründen des Sichtschutzes immergrüne Arten gepflanzt werden sollen, bieten sich Eibe und Stechpalme an oder der immergrünen Liguster (Zuchtform).

Jeder, der einen Garten besitzt kann dazu beitragen, dass der Natur mehr Raum verschafft wird. Alles was wir im Garten beobachten können braucht Nahrung und Lebensraum. Ein Schmetterling braucht nicht nur Blüten, aus denen er Nektar saugt, er braucht auch eine Pflanze, an der er seine Eier ablegen kann und von der seine Raupen sich ernähren können. Meist sind bestimmte Tiere an ganz bestimmte einheimische Pflanzenarten angepasst.