Projekt 1: Schleiereulennistkästen

Zusammenfassung:

Zur Verbesserung der Brutbedingungen wollen wir 2-3 Nistkästen für Schleiereulen in geeigneten Gebäuden in Börßum aufhängen.

 

Die Schleiereule:

 

Die Schleiereule (Tyto alba) ist etwa so groß wie eine Krähe. Sie ist heller als andere Eulenarten und hat ein herzförmiges, weißes Gesicht, den sog. „Schleier“, der sie unverwechselbar macht. Sie ist im allgemeinen ein Standvogel, d.h. sie bleibt das ganze Jahr in ihrem Revier und verlässt es nur, wenn Nahrungsmangel oder schlechtes Wetter sie dazu zwingen.

Wir bekommen sie selten zu Gesicht, da sie nachtaktiv ist und nur bei Dunkelheit jagt. Sie ortet ihre Beute mit dem Gehör und den Augen. Eine Eule benötigt täglich, bzw. „nächtlich“ etwa 100g Nahrung, die überwiegend aus Mäusen und Spitzmäusen besteht. In schneereichen Wintern können die Bestände der Schleiereule nahezu zusammenbrechen, da das Fangen von Mäusen unter der Schneedecke unmöglich ist. Besonders in solchen Wintern ist sie deshalb auf andere Jagdreviere angewiesen: In Scheunen und Ställen (vorhandene Einflugöffnungen vorausgesetzt) jagt sie dann Mäuse, Ratten, Sperlinge und andere Beutetier.

Die Schleiereule brütet als „Kulturfolger“ fast ausschließlich in Scheunen, Ställen, Kirchtürmen oder ähnlichen Gebäuden. Sie legt ab April in Abhängigkeit von der Nahrungssituation 3-12 Eier und brütet 30-34 Tage. Gebrütet wird nur vom Weibchen, während das Männchen die Nahrung beschafft. Die Jungen sind nach 2 Monaten flügge und nach etwa 10 Wochen selbständig. Die Anzahl der jährlichen Bruten schwankt je nach Nahrungsangebot zwischen null und zwei (in "Mäusejahren").

Die Schleiereule meidet den dichten Wald, kommt aber sonst in allen offenen Kultur- und Naturlandschaften vor. Ihre Bestände sind aus den unterschiedlichsten Gründen zurückgegangen.

Nistkästen können als mardersichere Brutplätze dazu beitragen, dass diese wunderbaren Tiere etwas bessere Lebensbedingungen vorfinden. Der BUNV möchte deshalb in zwei bis drei geeigneten Gebäuden in Börßum Schleiereulen-Nistkästen anbringen.

 

 


Der erste Schleiereulen-Nistkasten wurde am 16. November 2002 am Nordgiebel des Holzhof aufgehängt; am 29. März 2003 wurde der zweite Schleiereulen-Nistkasten an der Bahnhofstraße in Börßum angebracht.

Im Frühjahr 2005 wurden erstmals Gewölle im Brutkasten an der Bahnhofstra0e festgestellt. Anfang März 2006 wurde wiederholt eine Schleiereule in der Abenddämmerung beim Verlassen des Kastens an der Bahnhofstraße beobachtet. Wir hoffen nun, dass es zu einer Brut kommen wird.