Projekt 0: Errichtung eines Storchennests

aktuell:

Am 02. April 2007 haben wir das Nest mit Ästen und Holzhackschnitzeln gefüllt, wie von unserem Berater Georg Fiedler empfohlen. Die "Füllung" aus dem Jahr 2000 hatte sich mehr oder weniger "in nichts" aufgelöst. Auch ist das Nest von oben mit weißer Farbe "bekleckert" worden, in der Hoffnung, dass ein Storch das für Kot hält und der Horst ihm so attraktiver erscheint.

Ab diesem Jahr hat der BUNV eine naturnahe Art der Wiesenpflege organisiert: Pferde werden die Weide zukünftig abweiden. Dadurch werden auch andere Vogelarten profitieren.

 

Geschichte der Nisthilfe:

Dieses Projekt wurde schon bevor es den BUNV gab verwirklicht. Die dabei gesammelten positiven Erfahrungen haben aber letztlich mit dazu beigetragen, dass der „Börßumer Umwelt- und Naturschutz Verein“ gegründet worden ist.

Am 25.März 2000 wurde am Ortsrand von Börßum, auf einer Wiese an der Poststraße eine Nisthilfe für Weißstörche aufgestellt. Das Aufrichten des Masten mit Hilfe von zwei landwirtschaftlichen Traktoren dauerte insgesamt nur rund zwei Stunden und war der erfolgreiche Abschluss einer intensiven Vorbereitungsphase.

Bereits im Sommer 1999 wurde Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wolfenbüttel aufgenommen und die Idee angesprochen. Der Landkreis vermittelte den Kontakt zu Herrn Reither, Storchenbeauftragten des Regierungsbezirks Braunschweig. Herr Reither ermutigte uns nach einem Ortstermin zu der Errichtung einer Nisthilfe in der Nähe der Poststraße. Nach seiner Einschätzung sind die Aussichten auf einen Bruterfolg von Weißstörchen zwischen Braunschweig und dem Harz im Börßumer Bereich am besten. Auf dem Betriebsgelände des Wasserwerkes der Salzgitter AG gibt es ausgedehnte Wiesenflächen und etliche Versickerungsbecken. Hinzu kommt weiteres Grünland im Bereich von Oker, Ilse und Warne. Selbst Wiesen im Bereich der Oker zwischen Bornum und Dorstadt und im Bereich des Großen Bruches zwischen Seinstedt und Osterode könnten Störche eventuell von Börßum aus noch als Nahrungsgebiet erschließen.

Die Nisthilfe besteht aus einem 10 m langen Lärchenstamm aus dem Oderwald, der zwischen zwei einbetonierten U-Eisen befestigt ist. An seiner Spitzen befindet sich ein Metallkorb mit einem Durchmesser von 110 cm in den dicke Eichenzweige eingeflochten worden sind. Das Fundament besteht insgesamt aus 2,5 Tonnen Kies, 450 kg Zement und 200 kg Stahl. Das „Storchennest“ ist von der Poststraße aus gut zu beobachten.

Die Materialkosten für das Vorhaben beliefen sich auf rund 400 DM. Das gesamte Projekt wurde ausschließlich privat finanziert.

Besonderer Dank gilt neben allen anderen ehrenamtlichen Helfern:

- der Salzgitter AG für die Genehmigung der Errichtung der Nisthilfe auf ihrem Grundstück

- dem Schweißer Eric Plumeyer für den Bau des Metallkorbes

- den Landwirten Karsten Bötel und Friedrich Löhr für den Transport und das Aufrichten des Lärchenstamms mit ihren Traktoren

Seit Oktober 2004 hat der BUNV die Wiese vor dem Storchennest gepachtet, um dieses Biotop zukünftig pflegen zu können.

 

Am 22. August 2004 rasteten 12 Weißstörche an der Wiese an der Poststraße und auf der Nisthilfe sowie angrenzenden Hausdächern. Am nächsten Morgen suchten sie die Wiese nach Nahrung ab und zogen dann weiter nach Süden.


Vier Störche putzen ihr Gefieder auf der Nisthilfe an der Poststraße, Foto: Sackmann